Tourenberichte 2026

Skitourenwochenende Obergoms

Samstag/Sonntag, 7./8. Februar 2026


Tourenleitung: Sven Friedli

Teilnehmer/innen: Andrea Kuster, Katharina Kuster, Silvia Burgener, Bernadette Burgener, Johannes Terhaar, Julia Amherd, Stefanie Gansterer, Tina

Bericht: Tina

Fotos: Alle


Ein Wecker der nicht klingelt – und trotzdem pünktlich in Geschinen eintreffen: Was für ein unerwarteter Start ins Skitourenwochenende Obergoms. Während also jemand durch Zermatt spurtet und probiert mit dem Gepäck nicht auszurutschen, überbrücken andere die Zeit am frühen Morgen mit Kaffeetrinken. Unterwegs kommen die beiden Fahrgemeinschaften Zermatt und Visp tatsächlich hintereinander zu fahren. Übrigens sind unter den diesjährigen Teilnehmerinnen zwei Schwesterpaare und später stellen wir erstaunt fest, dass der Dialekt im Obergoms noch immer anders klingt als im Mattental. Wir tauschen uns auch aus über den Unterricht von Erstklässler/innen, wie sich das Frischpensioniert-Sein anfühlt, warum der Unterricht von jungen Erwachsenen in Ausbildung so bereichernd ist und sinnieren darüber: Was gibt Deinem Leben Sinn?

 

Etwa eine entspannte Skitour unter blauem Himmel mit wärmendem Sonnenschein, umgeben von strahlend weissen Bergspitzen und toller Compagnie? Na dann kann’s losgehen.


Teltschehorn 2’743m

Unser erster Tag begrüsst uns mit einem zarten Hauch von Nebel über dem Talboden und einem abwechslungsreichen Aufstieg: durch urchige Lärchenwälder vorbei an dick-knorrigen Rinden mit Furchen so tief wie Täler und pastellfarbenen Mosen, die von den Ästen uns entgegen hangen und beim Durchgehen zu tanzen beginnen. Der schlängelnde Waldweg wird abgelöste von den ersten Sonnenstrahlen, die uns über den steiler werdenden Hang begrüssen, um kurz vor dem Gipfel nochmals abzuflachen (Hangneigung) resp. abschwächen (Wolken ziehen auf). Dazwischen jeweils Knabber- und Panoramapausen. Der grösste Genuss präsentiert sich uns vom Teltschehorn mit einem Rundumblick, der mit der wieder hervorkommenden Sonne und sich hebenden Wolkendecke am Horizont ständig neues präsentiert, so auch den Nufenenpass ins Bedretto-Tal. Fantastisch! Auf das Gipfelfoto, dieses Jahr ohne Flagge, folgt die Abfahrt durch weichen Schnee nach Ulrichen. Breite Hänge dürfen wir mit unseren neun Spuren verzieren und einzelnen kleinsten Lawinenkügelchen zuschauen, die in der Hitze unter den Felsen lospurzeln. Schon kreuzt unser weg die Loipe im Tal: der perfekte Zeitpunkt sich auszuruhen und zusammen anzustossen.

Später im Hotel wird die Bettlänge ausprobiert und auch für unsere längsten Teilnehmer als akzeptabel attestiert, es wird sauniert, auf dem sonnigen Balkon gelesen, beim Apéro auf den prächtigen Tag angestossen und schon lockt unser Hunger zum leckeren Nachtessen: Salate, Bruschetta und Suppe werden zur Vorspeise genossen, ausgewählte Ravioli und Pizza füllen unserere Energiereserven für folgenden Tag und werden mit einzelnen Glace-Kugeln wortwörtlich abgerundet, wobei halt: bei jemandem folge gar ein Coup Dänemark - ohne, dass wir und die Welt wissen, wo diese Bezeichnung ihren Ursprung hat, kommt. Trotzdem sehr lecker! Unter Sternenhimmel und dem Halbmond queren wir die Strasse und tauchen ins Hotelbettchen ein.


Gale 2’508m

Das köstliche Frühstücksbuffet erwartet uns um 07.00 Uhr – von Eiern, die noch selber zur richtigen Konsistenz gekocht werden wollen, über Broten, Brötchen und Gipfeli hin zu verschiedenen Müesli mit entsprechenden Beilagen – selbst nicht Frühstückerinnen finden etwas zum Kaffee und Tee, während die Sonne talabwärts die höchsten, weissen Bergspritzen bereits mit glühendem Morgenrot übergiesst. Wenig später starten wir gleich hinter dem Hotel durch die verspielten dunkelbraunen Holzhäuschen von Oberwald zum heutigen Aufstieg – der schattige Nordhang lädt schon bald ein, die Harscheisen zu montieren und auch über die sonnigen Abschnitte bis auf den Gipfel dran zu lassen. Wir erreichen ihn unter strahlend blauem Himmel und mit jedem Höhenmeter, sehen wir weiter das Rhonental hinab, mehr von den Bergmassiven, welche die Seitentäler säumen: bis unter anderem zwischen Finsteraarhorn und Lauteraarhorn auch Eiger und Mönch zum Vorschein kommen und der Rohnegletscher wie auch Grimselpass eindeutig zu erkennen sind. Vis-à-vis das Blashorn, pustet tatsächlich ein kühler Wind und nach dem Gipfelfoto beginnt die Abfahrt durch kurzen Gipfelpulverschnee, über den noch vom Vortag hart-verspurten-gefrorenen Aufstiegshang, sodass wir teilweise schon von weitem zu hören sind und die wenigen untrainierten Oberschenkel immer wieder eine Pause brauchen. Da bleibt Zeit sich zu fragen: Wo ist eigentlich dieser Gipfel? Es ist eine prächtige Schulter im Tälligrat. Fertig ausgeruht, es geht weiter auf dem Wanderweg und wir sind wieder alle wohl unten angekommen. Ein letztes gemeinsames anstossen auf die flotten beiden Tage: Danke Sven und allen Teilnehmer/innen! So macht das Leben Sinn, nicht wahr?